Montag, 19. September 2011

Die erste Woche!

Hallo ihr Lieben! Ich hoffe es geht euch allen gut! Wir sind erst eine Woche hier in Lomé und haben schon so soso viel erlebt! Aaaaalso, ich fang mal ganz von vorne an, auf die Gefahr hin, dass der Artikel länger wird x)

Am Abend Sonntag vor einer Woche sind wir mit Verspätung von Paris doch noch alle in Lomé angekommen. Der Flug war richtig cool und Marie und ich haben es uns gut gehen lassen, mit Essen, Wein, Filmchen (Woody Allen!) und guter Musik (Tiken Jah & Alpha Blondy!). Andere haben es sich noch besser gehen lassen- Felix und 3 Flaschen Wein. Beim Aussteigen in Lomé dachte ich, ich stünde auf einem Lüftungsschacht, da die warme, nasse Luft einem das Atmen erschwerte. Jetzt könnt ich euch das dauernde Klima hier vorstellen, und warum wir nachts mit Ventilator schlafen und die tägliche kalte Eimerdusche eine Wohltat ist^^ Einiger Zeit nach der Ankunft hatten wir erstaunlicherweise auch alle unser Gepäck beieinander und sind gesammelt zum Zoll, der sogar keinerlei Probleme machte, trotz unseren Tonnen an Reiseapotheke. Als wir alle überfordert aus dem Flughafen taumelten, stand Gottseidank schon M. Sani mit Familie und Freunden da, die unser Gepäck vor zwielichtigen Gepäckträgern retteten und uns alle sicher zu unserem Transportmittel, einem megacoolen Bus brachten, auf dem wir gefühlte 2 Meter hoch unser Gepäck türmte. So sind wir durch die Stadt zur WG der einen Hälfte an Freiwilligen gefahren. Dort war schon für uns gekocht, leckeres Couscous mit Soße, wobei ich natürlich gleich auf so ein fieses, sauscharfes Ding gebissen hab dass mir die Tränen kamen. =D An manch scharfes Gewürz hier muss ich mich wohl noch gewöhnen.
Am nächsten Tag sind Franca, Marie, Nafi und ich umgezogen- bäbäääääm wir wohnen in einer Villa! Zwar in Zweierzimmern (was nach Gruselgeschichten besser ist xDD) aber dafür haben wir ein großes Wohnzimmer und eine megasupercoole Dachterrasse und Besucherzimmer und eine kleine Veranda. Nur die Küche, da hat nie jemand Bock zu kochen, was an den Kakerlaken und Küchenschaben und dem verschimmelten Kühlschrank liegen könnte :D Nervig ist zur Zeit auch, dass und wegen Bauarbeiten öfters Strom und Wasser abgestellt werden. Aber sonst fühlen wir uns alle pudelwohl hier. Was auch an unseren supertollen lieben wundervollen Begleitern bzw Betreuern bzw Freunden bzw... liegt, Théo und Yves, die sich prima um uns kümmern, sei es durch Ausflüge in die Stadt, durch wertvolle Tipps oder durch kulinarische Genüsse (frittierte Yamwurzel mit Sardinensoße und Mayo *-*). Ich muss sagen ich hab die 2 schon richtig doll lieb gewonnen.
Aber das mit dem Vertrauen hier ist schon so eine Sache, wenn man Kommentare über 3 Ecken mitbekommt, von Leuten wie  „Hey such dir eine aus und lass mir auch mal ne Weiße“. Na toll -.-'
Auf der Straße ist es auch ungelogen so, dass einem 10 kleine Kinder „Yovo, yovo, bonsoir“ hinterherrufen. Es ist nicht negativ konnotiert, aber es ist seltsam. Man fühlt sich (und ist es auch) dauerhaft beobachtet. Wie ein Star. Ist mir aber ein bisschen ZU viel Beachtung, manchmal. Immerhin aber nicht ganz so schlimm wie bei Mariechen, in die sich alle beim ersten Blick verlieben und sofort heiraten wollen. XD



Wir sind schon einmal in der Innenstadt gefahren, mit Taxi und Mototaxi auf den Grand Marché und da war man wirklirklich überfordert so als Yovo xD So ein riesiges Aufgebot an Waren, so viele Menschen und so ein Gewusel ist wirklich einmalig. Hier gibt’s aber sogar Watteohrenstäbchen und ich ärgere mich, so viel mitgenommen zu haben - außer meiner Reiseapotheke :D. Letztere hab ich vorgestern unheimlich gefeiert, da ich die erste Kranke der WG war. Ein gemeines Magen-Darm, abends ergänzt durch Fieber und weitere Unannehmlichkeiten. Mittlerweile bin ich aber wieder hergestellt, also macht euch keine Sorgen x))
Immerhin war die Malaria Sorge aber völlig unbegründet, es hat hier gefühlt gar keine Mücken. Bemerkt – nagut, 2 Stiche hab ich, aber das waren nur Stechmücken :D Wir sind alle putzmunter x)
Dann waren wir gestern am Strand, baden und spazierengehen, mit einem ganzen Bus voll Leuten. Die Brüder von Théo, ein paar Freunde, Yves, unsere WG. Wir haben versucht ein paar von ihnen schwimmen beizubringen. Konnte bei Yannick fast als Erfolg verbucht werden, hätte er nicht ungefähr 20 Liter Wasser geschluckt. ^^
Außerdem hatten wir unsere erste Stunde Mina-Kurs yeahh das ist nicht einfach zu merken, aber ich freu mich schon drauf, wenn wir alle ein bisschen Mina können, da hier eigentlich immer untereinander Mina gesprochen wird, nicht französisch. Was aber auch alle können, und man versteht sich gut, bis auf den togolesischen Akzent, den manche Leute so breit nuscheln, dass selbst ich nur die Hälfte verstehe xD
Letztens saßen wir auch auf unserer coolen Dachterrasse und haben uns togolesische und dann deutsche Märchen erzählt und übersetzt, das war so witzig :D
Eindrucksmäßig fühle ich mich aber immernoch als würde ich täglich durch eine ARTE-Doku laufen und kann es kaum glauben dass ich in Togo bin. Es ist so supermegaobercool hier!! Auch wenn man sich an vieles gewöhnen muss, wie den Müll, der einfach auf die Straße geworfen bzw. dort verbrannt wird oder den Benzingeruch, ist es so interessant und schön und alles hier, dass ich WIRKLICH froh bin hier zu sein, umgeben von tollen Menschen und viel viel viel Spaß!
Fühlt euch geknuddelt. <3 Küsschens, Annette.