Montag, 2. Januar 2012

2012...

Euch allen erst einmal einen wunderbaren Start ins neue Jahr 2012!
Wir haben zur Zeit auch Weihnachtsferien und  profitieren zugegebenermaßen ganz ordentlich davon. Am 23. haben wir mit ein paar Freunden und Musik auf dem Dach in unser Weihnachten gefeiert. Da die Nacht länger wurde als geplant, sind alle auf dem Dach eingeschlafen. Morgens haben wir dann noch gemeinsam gefrühstückt, bevor alle wieder ins Bett gegangen sind um den Schlafmangel nachzuholen. Nachmittags haben wir uns ein riesiges WG-Brunchen gegönnt, dazu waren wir den Tag vorher lauter endlos teure Luxusgüter einkaufen wie Milch, Marmelade und sogar Schokolade! Unser Weihnachtsfest bestand hauptsächlich aus Essen und darum sind wir abends auch wieder in die Stadt gefahren um echte PIZZA essen zu gehen! Das war so ein Fest! Eigentlich wollten wir abends in die Kirche, aber da die Zeit zu knapp war sind wir lieber am 25. morgens in den Gottesdienst.
Das war in groben Zügen unser Weihnachten, was hier recht schnell an uns vorbeiging. Irgendwie wollte bei der Hitze kein richtiges Schnee- und Weihnachtsflair aufkommen, was aber gut so war. Unser Silvester ähnelte dem aber ebenfalls, da wir am 30. tatsächlich unsere erste Homeparty im kleinen Kreis mit guten Freunden und sehr viel Spaghetti gefeiert haben, auf dem Dach geschlafen haben und somit am 31. zu müde zum weiterfesten waren :D Nafi und ich waren in der Kirche bis um 0h30 dann saßen wir -wie immer- auf unserem Dach und haben ein paar Raketen zugesehen.
Was ich eigentlich erzählen wollte, war unser Ausflug auf dem Mont Agou. Das is der höchste Berg Togos, mit 986 Metern. Felix und ich hatten die spontane Idee, dass man den prima hinsaufwandern könnte. Also sind wir mit fünf Litern Wasser pro Nase, Wollpulli und Matte losgefahren. Innerhalb von 1,5 Stunden standen Franca, Felix und ich dann vor dem Berg. 12 Kilometer bis zur Spitze. Also los. Wir sind ein paar Stunden Teer weg gelaufen, durch mehrere Dörfer und viel Wald, es war so ein richtiger Dschungelwald, wie im Film! Mit ganz vielen Schmetterlingen und Palmen und Lianen und bunten Blumen. Als es anfing zu dämmern waren wir noch drei Kilometer von der Spitze entfernt, und hatten, in der naiven Hoffnung auf einem Berg noch irgendwo was zu essen zu finden, auch keinen Proviant mehr außer zwei Bananen. Glücklicherweise trafen wir dann zufällig auf zwei israelische Volontäre, die mit Zelt, Motorrad und zwei Gitarren unterwegs waren und uns zum Essen einluden. Die beiden waren auch schon von Dorfbewohnern zum Zelten in der Nähe des Dorfes eingeladen. Da Felix mit seinem guten Ewe wieder alle beeindruckt hat, wurden wir dann auch zum Essen und Übernachten im Krankenhaus eingeladen. Wir sind dann dieser Einladung gefolgt und haben das beste Fufu der Welt gegessen und mit ein paar Leuten aus dem Dorf gechillt. Die waren alle so unglaublich nett und hilfsbereit! Nach dem Essen haben wir Matte und Schlafsäcke im Eingangsbereich des Krankenhauses ausgebreitet und sind dann mit den beiden Israelis draußen gesessen, haben Tee getrunken und Gitarre gespielt. Es war wirklich magisch, da die Wolken hinter uns waren und vor uns ein Abhang an dem man unten die Lichter von Kpalimé sehen konnte. Man dachte ständig es würde regnen, da Palmenblätter im Wind rauschen wie ein Regenschauer. Die Nacht war so laut, durch die ganzen Geräusche vom Wald und von den Tieren, aber das war so angenehm mal weg von dem Stadtlärm und den Abgasen zu sein. Wir hatten dann abwechselnd Nachtschicht, und ich habe meine rumbekommen in dem ich riesige Waldameisen (ZWEI Zentimeter!)  und noch größere Kakerlaken (FÜNF ZENTIMETER!) von Franca und Felix ferngehalten habe. Das war auch Adrenalin pur. So gut geschlafen wie wir uns erhofft hatten, haben wir dann nicht, weil uns gegen 4h fast alle Körperteile abgefroren sind da es so kalt wurde.
Morgens gegen 9h war der Berg bezwungen und wir haben die letzten Bananen gefrühstückt. Eigentlich hatten wir geplant mit Motos zurück zu fahren, haben uns dann aber auf die 12 Kilometer Rückweg zu Fuß geeinigt.
Die Rückfahrt dauerte anstelle von 1,5 ganze fünf Stunden, da alles was schieflaufen konnte schief lief :D Der Kleinbus lud zuerst den ganzen Kofferraum voller Papayas, danach standen wir 30 Minuten im Gebüsch da das Benzin leer war, darauf folgte eine Militärkontrolle bei der die Leute die zu viel waren aussteigen musste, dann konnte der Mautbeamte nicht wechseln, danach wurden die Leute die zu viel waren ganz dreist wieder eingeladen, später wurden alle Passagiere vor uns heimgefahren, wir bauten noch einen Unfall und 10 Minuten vor unserer Haustür war das Benzin abermals leer. Mein Geduldsfaden wurde ewig nicht so strapaziert wie von diesem Fahrer, und waren dann, so toll der Ausflug auch war, recht froh, heil daheim angekommen zu sein.

Da das mit der Internetverbindung irgendwie nicht klappt, schaffe ichs gerade nicht, hier Bilder hoch zu laden. Wenige sind aber schon hier zu finden -> FOTOBLOG